Boden: Bleiben Sie ruhig auf dem Teppich

Neue Farben, Strukturen und Designs machen den Bodenklassiker Teppich jetzt noch attraktiver – auch für Hausstauballergiker

Teppich ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon im Mittelalter war der Bodenbelag Symbol für Ruhm und Ehre. Und vor 30 Jahren gab es kaum ein deutsches Wohn- oder Schlafzimmer ohne Auslegware. Der vermeintliche Makel, Teppich sei für Allergiker ungeeignet, kratzte jedoch am Image des gewebten Bodenbelags. Völlig zu Unrecht! Eine Studie des Deutschen Allergie-
und Asthmabundes (DAAB) bestätigt: Ein kurzfloriger Teppich hält Staubpartikel fest und gibt sie bis zum nächsten Saugen nicht an die Luft ab. Also beste Wahl für Hausstaub-Geplagte. Weiterer Vorteil: Mit dem textilen Bodenbelag lässt sich leicht Energie sparen. Dank der wärmedämmenden Eigenschaft der Fasern kann man die Heizkosten jährlich um zirka sechs Prozent verringern. Dies errechnete die Europäische Teppich-Gemeinschaft (ETG) in einer Studie. Hinzu kommt die individuell „gefühlte“ Wärme: Denn eine mit Spannteppich ausgelegte Wohnung empfinden wir im Schnitt zwei Grad wärmer als eine gleich temperierte Wohung mit Holz- oder Fliesenboden.  

Natürlich oder künstlich? 
Teppich ist häufig gewebt oder geknüpft, meist jedoch getuftet (englisch „tuft“ = Büschel). Bei dieser industriellen Technik sticken riesige Nähmaschinen Garn in Schlingen in ein Gewebe. Das flauschige Ergebnis gibt es aus Kunstfasern (z. B. Polypropylen) und aus natürlichen Materialien (z. B. Wolle). Kunstteppich ist strapazierfähiger und eher für Allergiker geeignet. Naturflor überzeugt als wahres Allround-Talent. Er kann Luftfeuchtigkeit aufnehmen, ist durch
eine Eigenfettschicht extrem schmutzab­weisend und dank seiner elastischen Struktur fuß- und gelenkfreundlich. Die Fasern wirken außerdem wie eine Trittschalldämmung – die Lautstärke von Geräuschen wird um bis zu 55 Prozent verringert. Allerdings muss Teppich aus Tierwolle gegen Schädlingsbefall im­-präg­niert („eulanisiert“) werden. Dieses Verfahren ist Pflicht, um mit den bekanntesten Qualitätssiegeln ausgezeichnet zu werden: dem „Certificate of Quality“ der ETG oder dem Gut-Signet des Herstellerverbands „Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden“.

  • Schwarz-weiß  

    Teppichfliesen im High-Style-Design. „On Safari“ aus der Serie „Black & White“ von Interface Flor,
    ab 50 Euro/m²

  • Mustergültig  

    Retro-Liebhabern liegt das Modell „Fenice“ aus der Serie „Inspira­tion“ sehr gern zu Füßen. Von Vorwerk, ab 54 Euro/m²

  • Extra flauschig  

    Ein Hingucker dank zweifarbiger Webart des Hochflor-Tuftings. „Concept 307“ von Carpet Concept, ab 52 Euro/m²

  • Raumluftwunder  

    Edel und praktisch: Teppichfliese „Empire“ baut Nikotin und andere Schadstoffe aus der Luft ab. Von Dura, ab 41 Euro/m²

  • Naturlook  

    Ob Giraffe, Zebra oder Leopard, die Serie „Animals“ von Flor by Heuga bringt den Zoo ins Haus. „Giraffe“, ab 80 Euro/m²

  • Kuschelvielfalt  

    Für jeden was dabei: „Lux 3000“ gibt es in 16 Farben und vier Webstrukturen. Von Carpet Concept, ab 120 Euro/m²

  • Plastische Wirkung  

    Der Veloursboden „Lux Design“ besticht durch innova-tive Webtechnik. Von Carpet Concept,
    ab 88 Euro/m²

  • Pflegeleicht  

    Für diese Ware ließen Kaschmirziegen ihre Haare. Erhältlich als Bahn und Fliese. „Interland“ von Tretford ab 40 Euro/m²

So geht’s: Spannteppich richtig verlegen

Fliesen oder Bahn? Vollflächig kleben oder nur am Rand fixieren? Eine Entscheidungshilfe

Vorbereitung

Vor dem Verlegen alle Rückstände auf dem Untergrund entfernen. Lagern Sie den neuen Boden­belag mindestens einen Tag im Zimmer, damit er sich dem Klima anpasst.


Kleben oder nicht kleben?

Wer oft umzieht, sollte Teppich nicht verkleben, so kann er beim nächsten Umzug mitreisen. Ist der Untergrund uneben oder muss der neue Teppich stuhlrollenfest sein, empfiehlt sich die vollflächige Verklebung. Gleiches gilt für Feuchträume. Teppichfliesen eignen sich für die Fixierlösung in Räumen unter 20 Quadratmetern. Da sich bei Fliesen Staub in den Fugen sammelt, raten Experten Allergikern davon ab.  


Teppich gefliest

Arbeiten Sie sich von der Raummitte aus vor. Die Position er­rechnet man, indem eine Schnur parallel zur Hauptwand (ohne Tür) in Abstand der Fliesenbreite gespannt wird. Positionieren Sie 20 Zentimeter daneben ein doppelseitiges Klebeband zum Fixieren der ersten Reihe. Die restlichen Fliesen richten Sie links­bündig an der ersten Reihe aus. Sie werden nur gelegt, nicht verklebt. Letzter Schritt: die Randfliesen einpassen. Zuschnitt auf der Rück-seite markieren, Metallschiene auflegen und mit einem Cutter abschneiden.

Auslegware in Bahnen verkleben

Verwenden Sie lösemittelfreien Kleber und tragen ihn mit einem Zahnspachtel flächig auf den Untergrund auf. Achten Sie dabei auf die Herstellerangaben. Den Teppich ins Kleberbett legen. Wenn die komplette Bahn liegt, Ränder zuschneiden. Falls eine Teppichbahn nicht reicht, setzen Sie zwei Bahnen anein­ander. Die Nähte mit einem Spanner zusammendrücken, sodass sie nicht mehr sichtbar sind.

Fotos:  Hersteller

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