Wussten Sie, dass jeder Deutsche im Schnitt 124 Liter Wasser pro Tag verbraucht? Nur drei Prozent davon werden als Trinkwasser und für die Lebensmittelzubereitung verwendet. Dafür dürfen wir getrost zum Wasserhahn greifen.
WIE GUT IST DIE WASSERQUALITÄT?
Nach Richtlinien der deutschen Trinkwasserverordnung besteht Leitungswasser zu zwei Dritteln aus Grund- und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser. Gesundheitsämter und Wasserwerke kontrollieren Leitungswasser ständig auf bedenkliche Substanzen. Aber Achtung: Zu Hause können alte Bleileitungen, verzinkte Stahlrohre oder Kupferkessel trotzdem schädliche Stoffe ins Wasser abgeben.
WIE KANN ICH MEIN LEITUNGS-WASSER TESTEN LASSEN?
Sie befürchten, dass Ihr Wasser durch Nitrat, Blei, Pestizide oder Bakterien belastet sein könnte? Private Labore in Ihrer Nähe oder das Fraunhofer Institut nehmen Proben entgegen (ab 50 Euro). Dabei werden neben möglichen Belastungen auch die Wasserhärte sowie der Mineralstoffgehalt von Magnesium, Kalzium und Natrium analysiert.
SOLLTE ICH LEITUNGSWASSER FILTERN?
Angesichts der guten Wasserqualität hierzulande ist es eigentlich überflüssig. Im Gegenteil: Manche Hersteller mischen Silber in die Aktivkohle ihrer Filterkartuschen, um sie vor dem Verkeimen zu schützen. Das Silber aber gelangt ins Wasser und verschlechtert die Qualität. Ein Filter macht nur dann Sinn, wenn das Wasser tatsächlich belastet ist und eine Aufbereitungsmethode diesen Umstand beheben kann.
WIE KANN ICH SPRUDELWASSER SELBST MACHEN?
Ein Sodabereiter reichert das zuvor in Flaschen abgefüllte Leitungswasser mit Kohlensäure aus einer Patrone an (z. B. von Soda Stream, ab 100 Euro). Die Qualität hängt vom Wasser und von der Hygiene bei der Abfüllung ab. Verwenden Sie nur kühles Wasser (max. 10 Grad), das hemmt die Entwicklung von Keimen. Und achten Sie beim Kauf des Gerätes darauf, dass die Flaschen spülmaschinenfest sind. Die Investition in einen Aufbereiter rechnet sich im Vergleich mit Mineralwasserflaschen für Sie und die Umwelt: Nach eineinhalb Jahren haben sich die Anschaffungskosten trotz Nachfüllpatronen amortisiert. Und darin ist der Ökofaktor für den Transport der Flaschen oder die Entsorgung noch nicht berücksichtigt.
GIBT ES SPRUDELWASSER AUCH AUS DER LEITUNG?
Ja, gefiltertes und gekühltes Wasser in drei verschiedenen Sprudelstärken produziert zum Beispiel die Armatur „Grohe Blue 2“ (ca. 2000 Euro). Allerdings müssen jedes halbe Jahr Filter ausgetauscht und Kohlensäurespender nachgefüllt werden (ca. 180 Euro). Wer gern und oft Tee trinkt, kann sogar 60 oder 100 Grad heißes Wasser direkt aus der Leitung entnehmen: zum Beispiel mit dem „Zip Hydro Tap“ von Clage (ca. 3000 Euro). Auf Wunsch fließt natürlich auch Leitungswasser pur aus der Armatur. Mit der „Twintaps“-Armatur von Quooker (ca. 1400 Euro) werden sogar 55 Prozent Energie im Vergleich zum Küchenboiler eingespart. Und das Design des Zwillingshahns macht eine Verwechslung unmöglich: Der Kochend-Wasser-Hahn, an dem bei Berührung ein roter Lichtring leuchtet, verfügt über einen kindersicheren Drehknopf. Aus dem zweiten Hahn sprudelt jederzeit kühles Nass.
Es existieren verschiedene Systeme, die für den häuslichen Gebrauch als Untertisch- bzw. Auftischvariante sowie als Haussysteme eingebaut werden können.
Ionenaustauscher: Bei dieser Variante werden vereinfacht erklärt schädliche Substanzen in harmlose umgewandelt. Hartem Wasser wird beispielsweise Kalk, also Calcium- und Magnesium-Ionen entzogen und gegen Natrium-Ionen ausgetauscht. Es ist auch möglich durch diese Verfahren Chlorid, Nitrat oder Phosphat aus dem Wasser zu filtern. Nachteile: Die größte Gefahr bei diesem Filtersystem ist, das Wasser mit Keimen zu belasten. Das passiert, wenn bei dem Kannenfiltersystem nicht rechtzeitig die Kartusche gewechselt wird. Des Weiteren ist es oftmals schwierig zu bestimmen, wann der Filter ausgetauscht werden muss. Man muss sich auf die Herstellerangaben verlassen.
Aktivkohlefilter: Durch einen chemischen Adsorbierungs-Prozess werden schädliche Substanzen wie Chlor, Pestizide, schädliche Mikroorganismen sowie flüchtige organische Verbindungen aus dem Wasser aussondert. Aber Achtung: Heißes Wasser kann nicht gefiltert werden, da es eingeschlossene Schadstoffe in das Wasser freilassen könnte. Blei, Nitrat und Kalk lassen sich durch dieses Verfahren nicht herausfiltern.
Umkehrosmose: Mit Hilfe von Druck wird das Wasser durch eine Membran gepresst, durch die kleinste organische und anorganische Verschmutzungen, Salz und Kalk entfernt werden. Nachteil ist: Für ein Liter gefiltertes Wasser verbraucht man drei Liter Trinkwasser.
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