Deutsche trinken etwa 22 Liter Tee pro Jahr. Das ist wenig – vor allem im Vergleich zu ungefähr 160 Litern Kaffee, die jährlich verköstigt werden. Es liege an der fehlenden Tee-Tradition und Unwissenheit wie das schmackhafte Genussmittel richtig zubereitet werde, sagen Experten.
So brühen Sie einen guten Tee
Vor allem das Wasser bestimmt den Geschmack. Es sollte frisch, möglichst weich und kalkarm sein. Wenn bei Ihnen besonders hartes Wasser aus der Leitung fließt und Sie kein extra Teewasser kaufen möchten, greifen Sie auf gerbstoffarme Teesorten zurück, z.B. Assamtee. Für schwarzen Tee sollte das Wasser zwischen fünf und zehn Sekunden stark sprudelnd kochen. Danach kurz die Kanne mit dem heißen Wasser ausspülen und vorwärmen. Über den Tee geschüttet, sollte das Wasser im besten Fall möglichst lange Zeit bei über 90°C ziehen. Damit das Wasser nicht zu schnell abkühlt, ziehen Teekenner den Kannen gestrickte Teewärmer über.
Leuchtendes Gold
Grüner, weißer oder gelber Tee hingegen mögen es nicht so heiß. Lassen Sie das Wasser einige Minuten stehen, bis es sich auf ungefähr 70 Grad abgekühlt hat. Vorteil dieser Teesorten: Die Blätter-Mischungen können Sie bis zu dreimal aufgießen. Den ersten Aufguss lässt man etwa eine Minute ziehen, den zweiten ca. 1,5 Minuten und den dritten drei Minuten.
Die Quelle des Genusses
Das Ursprungland des Tees ist China. Ein Mythos sagt, dass das Getränk zufällig von einem chinesischen Kaiser entdeckt wurde. Ihm seien in einen Topf voller kochendem Wasser ein paar Teebaum-Blätter hineingeweht. Sicher ist, dass die Chinesen seit 400 v. Chr. Tee als Medizin nutzen. Danach wurde das Getränk auch als Delikatesse Gästen anboten. In Japan ist dafür eine besondere Teezeremonie entstanden: Das ganz fein gemahlene Teepulver wird in einer flachen Schale aufgebrüht und serviert. Tradition ist es, diese dreimal in der Hand zu drehen, danach drei Schlucke zu trinken und das Behältnis an den Sitznachbarn weiterzureichen.
Kurs auf England
Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Blätter ein Exportschlager: die arabischen Länder und Europa waren Abnehmer. Vor allem in England wurde die „Afternoon-Teatime“ legendär. Pünktlich um fünf Uhr nachmittags genoss Englands Gesellschaft ihren schwarzen Tee mit warmer Milch und reichlich Zucker. Bis heute besinnen sich die Briten auf ihr Tee-Wurzeln: Tearooms und Nachmittags-Zeremonien machen mit "Tea to go"-Angeboten den Coffeeshops Konkurrenz.
Tee-Hochburg in Deutschland
In Ostfriesland trinken die Küstenbewohner traditionell ihren Tee in zarten Porzellantassen mit Sahne und Kluntje (Kandiszucker). Nachdem die typische starke, schwarze Ostfriesenteemischung mindestens fünf Minuten durchgezogen ist, kommt sie zu einem Kandiszuckerstück in die Tasse. Wenn der Zucker knackt, war das Wasser heiß genug. Danach wird mit dem „Rohm-Lepel”, dem Sahnelöffel, vorsichtig die Sahne in die Tasse gegeben. Die entstandene dicke Sahnewolke, die sich langsam vom Kluntje zum Tassenrand ausbreitet, darf in keinem Fall durch Rühren zerstört werden. Danach wird genossen... mhhhh!
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