Wand-Design: Plattenbau modern

Lange hafteten Paneelen ein spießiges Holzplatten-Image an – völlig zu Unrecht. Die aktuellen Vertäfelungen bringen Farbe ins neue Heim und zaubern unschöne Wände einfach weg

Sie haben Ihre Traumwohnung gefunden, nur die türkisfarbenen Kacheln im Bad stören? Oder unzählige Löcher in der Schlafzimmerwand verderben Ihnen die gute Laune? Mit Paneelen können Sie Wände individuell verkleiden, zum kleinen Kunstwerk gestalten und kleine oder größere Makel kaschieren. Wer nun an dunkle Holzvertäfelungen aus den Siebzigerjahren denkt, liegt falsch.

Vielfältiges Wand-Design

Die heutigen Wandkleider haben mit ihren erdrückenden Vorfahren höchstens noch ihre Funktion gemeinsam. Zahlreiche Hersteller bieten inzwischen Verblendungen in vielfältigen Dekors und Materialien an. Warme Holzmaserungen oder authentische Steinoptiken setzen Wände dekorativ in Szene. Und bei Befestigung auf einer Unterkonstruktion lassen sich sogar Leuchten einbauen. Aber: Wilde Muster müssen auf den Bodenbelag abgestimmt werden – sonst wirkt es schnell sehr unruhig.

  • Bunter Blickfang  

    Ob mit Holz-, Tafel- oder Magnetoptik: Quadratische Paneele setzen Highlights auf langweilige Wände.

  • Mit System  

    Paneele mit Zusatz­nutzen liegen im Trend. Ob Regale, Leuchten oder Kleiderhaken: Integrierbar ist alles mit Extrafunktion (z. B. von Meister). Wenn Sie jedoch elektrische Elemente hinter der Vertäfelung verstecken wollen, holen Sie sich Hilfe vom Fachmann. Der plant die Unterkonstruktion so, dass sich die Elektrik hinter der Abdeckung nicht überhitzen kann.

  • Gut bestuckt  

    Mit Rosetten, Leisten und geschwungenen Konsolen können Sie sich in Ihrem Altbau-Wohnzimmer wie ein König fühlen. Die fertigen Stuckleisten aus Hart-Polystyrol (Kunstharz) werden mit Spachtelkleber an die Wand montiert. Um besondere dreidimensionale Akzente zu setzen, können die industriell gefertigten Reliefs auch mit Dispersionsfarbe angestrichen werden. Für Neubauten empfehlen Wohnexperten allerdings Stuckelemente in schlichtem Design.


    Extra-Tipp: In die dezenten Einkerbungen lassen sich Deckenleuchten als indirekte
    Lichtobjekte integrieren (z. B. von Orac).

  • Nostalgisch  

    Den typisch englischen Landhausstil können Sie nicht nur mit Holzverblendungen erreichen. Manche Hersteller bieten die halbhohen Paneele auch aus Keramik an (z. B. von Ceramiche Grazia). Praktisch: Zwischen den großflächigen Elementen sammelt sich weniger Schmutz.
    Da sie außerdem abwaschbar sind, eignen sich die Keramikflächen auch für Küche und Bad. Achten Sie in Feuchträumen aber auf eine beständige Unterkonstruktion – sonst bildet sich hinter den Dekors Schimmel.

  • Stein auf Stein  

    Paneele in Steinoptik bringen Natur-Look ins Wohn­zimmer. Die Nachbildungen aus Kunstharz sind kaum von echtem Stein zu unterscheiden. Durch ihre speziellen Beschichtungen aus Steinmehl fühlen sich die Polyesterelemente auch authentisch an. Sie sind in mehr als
    50 Kunststein-Varianten erhältlich (z. B. von Panel Piedra).

Fotos:  www.meister.com (2), www.oracdecor.com, www.spainstyle.de, www.ceramichegrazia.it

Facelifting für Anfänger: Kleben oder nageln – so verpassen Sie Ihren vier Wänden
step by step ein frisches Gesicht! 


1. Unterkonstruktion bauen
Die klassische Methode der Wandvertäfelung gewährleistet gute Luftzirkulation und verhindert, dass sich Schimmel hinter der zweiten Wand bildet. Für die Unter­konstruktion eignen sich am besten Dach­latten, die mit einem Abstand von 40 Zentimetern parallel an die Wand genagelt werden. An den Latten werden verzinkte Profilbrettkrallen (im Baumarkt erhältlich) angeschraubt, in die sich einzelne Paneele einfach einhaken lassen. Den perfekten Abschluss kreieren Sie mit einer Leiste in gleichem Dekor.


2. Paneele schrauben   
Wandverkleidungen mit Steinoptik bestehen aus Polyester mit Glasfasern und einer speziellen Oberfläche aus Steinmehl. Durch das sehr leichte und durchlässige Material können Sie die einzelnen Paneele direkt an die Wand schrauben. Dafür positionieren Sie das erste Element in einer Ecke der Wand und bohren durch das Paneel ins Mauerwerk – möglichst in eine Fuge zwischen den einzelnen Steinen. Dann Paneele Stück für Stück befestigen. Keine Angst: Mit einer speziellen Paste werden die Schrauben später verdeckt.


3. Geklebte Wandvertäfelung 
Manche Paneele, zum Beispiel Stuckprofile, kann man mit Spezialkleber direkt an
der Decke oder Wand fixieren. Zum Auftragen lässt sich auch eine Sahnespritz­tüte aus der Küche zweckentfremden. Mit dem Kleber können Sie auch nachträglich noch Ritzen und Dellen auffüllen. Drei Tage muss die neue Wandverkleidung trocknen, dann sind die Stuckelemente auf Wunsch mit Dispersionsfarbe anstreichbar.

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