Auf die Böcke, fertig,los!


Vor Unheil schützt, auf Holz zu klopfen. Wer alte Hölzer beizt, lackiert oder lasiert, bringt Glück ins Haus – jedenfalls dann, wenn sich anschließend an der frisch renovierten Tischplatte gute Freunde versammeln


Manchmal stehen sie vergessen hinter einer Kellertür und erweisen sich – mit etwas Fantasie – als Schätze: alte Holzplatten. Um sie in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zuerst müssen in jedem Fall das Holz vorbehandelt sowie Farb-, Schmutz- und Fettrückstände abgeschliffen werden. Beginnen Sie mit einer groberen Körnung, um dann immer feiner nachzuschleifen (80er-, 160er- und 220er-Schleifpapier). Die Oberfläche immer wieder feucht abwischen, dann kann es ans Lackieren, Lasieren oder Beizen gehen.

Alles im Lack

Im ersten Schritt sollten Sie sich für einen Anstrichaufbau entscheiden: entweder für ein Lacksystem, das auf organischen Lösungsmitteln basiert, oder ein umwelt-
freundlicheres, das wasser-
löslich ist. Nachdem die Holzplatte abgeschliffen ist, kann grundiert, vorgestrichen und endlackiert werden. Sind noch Risse in der Platten-
oberfläche zu sehen, müs-
sen diese jedoch zuerst verspachtelt werden. Vor jedem neuen Anstrich nicht vergessen: Oberfläche an-
schleifen und abstauben. Damit der Farbauftrag schön gleichmäßig wird, arbeiten

Sie überlappend: Tragen Sie die Farbe mit einer Rolle erst senkrecht, dann waagerecht und anschließend wieder senkrecht auf. Neben dem Ton können Sie auch den Oberflächeneffekt wählen: hochglänzend, seidenmatt und matt. Während Alkyd-
harzlacke sehr widerstands-
fähig und stoßfest sind, eignen sich lösungsmittel-
freie und geruchsarme Acryl-
lacke besonders für den Innenbereich. Bei Beschich-
tungsfehlern wie Nasen sollten Sie die Oberfläche erneut anschleifen. Vor der Schlusslackierung sollten Sie einen Vorlack verwen-
den.

Naturton:
Lasieren oder ölen

Wer die Holzmaserung einer Platte betonen möchte, kann das gute Stück entweder im „Shabby Chic“ lasieren oder ölen. Abblätternde Farbe bzw. alte Lackoder Wachs-
schichten müssen jeweils zuvor entfernt werden. Für eine Lasur-Variante können Sie die Platte mit einem Farbton Ihrer Wahl lasieren und danach an manchen Stellen anschleifen, um die

ursprüngliche Farbe hervor-
zuheben. Arbeiten Sie mit einem breiten Flachpinsel, damit der Anstrich tief ins Holz einzieht. Sie können Lasuren (am besten eines Herstellers) untereinander mischen, um Zwischentöne zu erhalten. Bei Ölen sollten Sie beachten, dass z. B. Hartöle entflammbar sind. Also immer gut lüften und Arbeitsgeräte ausgebreitet trocknen lassen.

Schlicht edel: Abbeizen

Um alte Farbschichten zu lösen, greifen die meisten Hobbyhandwerker zu Abbei-
zern. Da diese Lösemittel enthalten, sollten sie im Freien verwendet oder Räume sehr gut gelüftet werden. Auch ein Heißluft-
gebläse weicht alte Farbe an, die sich dann mit einem Spachtel abziehen lässt. Darauf achten, dass das Holz nicht versengt wird! Beize zuerst in Faserrich-
tung, dann quer dazu auftra-
gen. Die überschüssige Beize mit einem Lappen

abnehmen. Für einen dauer-
haften Flächenschutz kann man die Platte grundieren und klarlackieren. Eine Schnellschleifgrundierung zum Beispiel trocknet zügig. Auch mit Wachs ist eine Versiegelung möglich.

Seidig glänzend lasieren

Die „Wohnraumlasur“ trocknet schnell und ist wasserverdünnbar. Die „Wachslasur“ betont die Maserung und schützt die Oberfläche. Beide Mittel von Schöner Wohnen sind schadstoffarm.

Runter mit dem alten Anstrich

Stiftung Warentest hat den „Classic Abbeizer“ mit einem klaren Gut benotet und damit zum Testsieger ernannt. Alte Farbe lässt sich mit ihm leicht lösen. Von Obi, ab 11 Euro.

Einmal Schleif-Saugen, bitte!

Schleifen macht Staub. Mit dem Multischleifer „Ventaro“ fällt auch bei großen Flächen keiner an, da er zusätzlich ein Staubsauger ist. Von Bosch, ca. 140 Euro.

Rustikal

Höhe und Neigung der Tischplatte lassen sich dank dieser Böcke verstellen. Eine Etage tiefer findet z. B. der Drucker Platz. „Vika Artur“ von Ikea, je ca. 25 Euro

Metallisch

Das Tischgestell ist zerlegbar, die Füße sind verstellbar: „Wiz 480“ von proform shop.com, Paar ca. 250 Euro

Geknickt

„Le Bock“ ist ein mehrfach gekantetes Metall – und steht dabei bombensicher. Von Elmar Flötotto über authentics.de, Paar ca. 295 Euro

Dreibeinig

Bei diesem Modell aus lackiertem Vierkantrohr kippelt nichts. „Loop Stand Frame“ von Hay über christof heinze.com, Paar ca. 140 Euro

Klappbar

Tischbock „Lycka“ macht sich bei Nichtgebrauch dünne. Von wood andmore.de, Paar ca. 150 Euro

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