Vor Unheil schützt, auf Holz zu klopfen. Wer alte Hölzer beizt, lackiert oder lasiert, bringt Glück ins Haus – jedenfalls dann, wenn sich anschließend an der frisch renovierten Tischplatte gute Freunde versammeln
Manchmal stehen sie vergessen hinter einer Kellertür und erweisen sich – mit etwas Fantasie – als Schätze: alte Holzplatten. Um sie in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zuerst müssen in jedem Fall das Holz vorbehandelt sowie Farb-, Schmutz- und Fettrückstände abgeschliffen werden. Beginnen Sie mit einer groberen Körnung, um dann immer feiner nachzuschleifen (80er-, 160er- und 220er-Schleifpapier). Die Oberfläche immer wieder feucht abwischen, dann kann es ans Lackieren, Lasieren oder Beizen gehen.


Alles im Lack
Im ersten Schritt sollten Sie sich für einen
Anstrichaufbau entscheiden: entweder
für ein Lacksystem, das auf organischen
Lösungsmitteln basiert, oder ein umwelt-
freundlicheres,
das wasser-
löslich ist.
Nachdem die Holzplatte abgeschliffen
ist, kann grundiert, vorgestrichen und endlackiert
werden. Sind noch Risse in der
Platten-
oberfläche
zu sehen, müs-
sen diese
jedoch zuerst
verspachtelt
werden. Vor
jedem neuen
Anstrich nicht
vergessen:
Oberfläche an-
schleifen
und
abstauben. Damit der Farbauftrag schön
gleichmäßig wird, arbeiten
Sie überlappend:
Tragen Sie die Farbe mit einer
Rolle erst senkrecht, dann waagerecht
und anschließend wieder senkrecht auf.
Neben dem Ton können Sie auch den
Oberflächeneffekt wählen: hochglänzend,
seidenmatt und matt. Während
Alkyd-
harzlacke sehr widerstands-
fähig
und stoßfest sind, eignen sich lösungsmittel-
freie
und geruchsarme Acryl-
lacke
besonders für den Innenbereich. Bei
Beschich-
tungsfehlern wie Nasen sollten
Sie die Oberfläche erneut anschleifen.
Vor der Schlusslackierung sollten Sie einen Vorlack verwen-
den.
Naturton:
Lasieren oder ölen
Wer die Holzmaserung einer Platte betonen
möchte, kann das gute Stück entweder
im „Shabby Chic“ lasieren oder
ölen. Abblätternde Farbe bzw. alte Lackoder
Wachs-
schichten müssen jeweils
zuvor entfernt
werden. Für
eine Lasur-Variante
können
Sie die Platte
mit einem
Farbton Ihrer
Wahl lasieren
und danach
an manchen
Stellen anschleifen,
um die
ursprüngliche Farbe
hervor-
zuheben. Arbeiten Sie mit einem
breiten Flachpinsel, damit der Anstrich
tief ins Holz einzieht. Sie können
Lasuren (am besten eines Herstellers)
untereinander mischen, um Zwischentöne
zu erhalten. Bei Ölen sollten Sie
beachten, dass z. B. Hartöle entflammbar
sind. Also immer gut lüften und Arbeitsgeräte
ausgebreitet trocknen lassen.


Schlicht edel: Abbeizen
Um alte Farbschichten zu lösen, greifen
die meisten Hobbyhandwerker zu Abbei-
zern.
Da diese Lösemittel enthalten,
sollten sie im Freien verwendet oder
Räume sehr gut gelüftet werden. Auch
ein Heißluft-
gebläse weicht alte Farbe
an, die sich dann mit einem Spachtel
abziehen lässt. Darauf achten, dass das
Holz nicht
versengt wird!
Beize zuerst in
Faserrich-
tung,
dann quer
dazu auftra-
gen.
Die überschüssige
Beize
mit einem
Lappen
abnehmen.
Für einen
dauer-
haften Flächenschutz kann man
die Platte grundieren und klarlackieren.
Eine Schnellschleifgrundierung zum
Beispiel trocknet zügig. Auch mit Wachs
ist eine Versiegelung möglich.

Seidig glänzend lasieren
Die „Wohnraumlasur“ trocknet schnell und ist wasserverdünnbar. Die „Wachslasur“ betont die Maserung und schützt die Oberfläche. Beide Mittel von Schöner Wohnen sind schadstoffarm.

Runter mit dem alten Anstrich
Stiftung Warentest hat den „Classic Abbeizer“ mit einem klaren Gut benotet und damit zum Testsieger ernannt. Alte Farbe lässt sich mit ihm leicht lösen. Von Obi, ab 11 Euro.
Einmal Schleif-Saugen, bitte!
Schleifen macht Staub. Mit dem Multischleifer „Ventaro“ fällt auch bei großen Flächen keiner an, da er zusätzlich ein Staubsauger ist. Von Bosch, ca. 140 Euro.

Rustikal
Höhe und Neigung der Tischplatte lassen sich dank dieser Böcke verstellen. Eine Etage tiefer findet z. B. der Drucker Platz. „Vika Artur“ von Ikea, je ca. 25 Euro
Metallisch
Das Tischgestell ist zerlegbar, die Füße sind verstellbar: „Wiz 480“ von proform shop.com, Paar ca. 250 Euro
Geknickt
„Le Bock“ ist ein mehrfach gekantetes Metall – und steht dabei bombensicher. Von Elmar Flötotto über authentics.de, Paar ca. 295 Euro
Dreibeinig
Bei diesem Modell aus lackiertem Vierkantrohr kippelt nichts. „Loop Stand Frame“ von Hay über christof heinze.com, Paar ca. 140 Euro
Klappbar
Tischbock „Lycka“ macht sich bei Nichtgebrauch dünne. Von wood andmore.de, Paar ca. 150 Euro