Ob Echtholzparkett oder Laminat – mit welchem Material Sie Ihren Boden einkleiden, ist nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Frage der Beanspruchung


Bei Ihnen zu Hause ist jede Menge los? Die Kinder toben durch die Räume? Sie feiern häufig mit Freunden und da kann auch mal ein Glas Rot-
wein zu Bruch gehen? Dann ist das strapazierfähige La-
minat genau der richtige Bo-
denbelag für Sie. Auch wenn der Kunstboden Echtholz zum Verwechseln ähnlich sieht, so ist er doch eine Schichtung aus Holzfaser-
platte, imprägniertem Dekor-
papier und Kunstharz an der Oberfläche.
Vielfältig und preisgünstig
Wer jetzt denkt, Buche oder Ahorn seien die einzigen De-
kore, liegt falsch. Zwar waren dies die Wegbereiter, doch längst gibt es die Holzimi-
tat-paneelen für jeden Ge-
schmack und Einrichtungs-
stil – von Shabby Chic bis Hochglanz, von rustikal bis elegant. Allein der Laminat-
anbieter Haro hat 70 Holz-
dekore im Programm. An-
gesagt sind ebenso dunkle Farben (z.B. Achateiche, Thermoesche) wie weiße Töne. Beliebt ist der Boden-
belag auch deshalb, weil er im Vergleich zu Echtholz preisgünstiger ist. Achten Sie beim Kauf jedoch auf Qualität, insbesondere auf Beanspruchungsoder Nutzungsklassen. Das ist
gerade dann wichtig, wenn Sie das Laminat in intensiv genutzten Räumen wie Diele und Flur verlegen wollen. Die Kennzahl 23 steht für starke Beanspruchung, 21 für mäßi-
ge. Auch wenn der Boden dank seiner harten Oberflä-
che recht robust ist, sollten Sie beispielsweise im Ess- und Arbeitszimmer Filzun-
terlagen unter Ess- und Bürostühle anbringen – so vermeiden Sie unnötige Krat-
zer. Beachten Sie auch, dass Ihr neuer Bodenschatz anfällig für elektrostatische Aufladung ist. Wenn Sie etwa Ihren Computer berüh-
ren, kann es passieren, dass dieser bei hohen Entla-
dungen sogar beschädigt wird.
Klick – und fertig
Paneelen mit Klicksystem haben sich beim Do-it-your-
self-Verlegen durchgesetzt. Hier gibt es verschiedene Systeme, manche werden eingeschlagen, andere ein-
gelegt und nach unten ge-
schwenkt. Beachten Sie, dass die eine Technik bes-
ser zu zweit funktionieren kann, eine andere lärminten-
siver (Hämmern beim Einkli-
cken) ist. Aufgrund der schlechteren Wärmedäm-
mung ist Laminat bei Fuß-
bodenheizungen besser geeignet als Parkett.
Künstlich gealtert
Laminat im schicken Gebraucht-Look. „Terra, Dekor Sicilia“ von Logoclic, über Bauhaus, ca. 13 Euro/m²
Glänzender Auftritt
Boden im Feinstab-Dekor, kann sogar Wasserspritzer vertragen. „Castilia Nussbaum Style“ von Witex, ca. 30 Euro/m²
Badezimmertauglich
Wasserfeste Landhausdielen, geeignet auch für Küchen. „Aqua Floor Wenge“ von HDM Elesgo, ca. 55 Euro/m²
Klare Linie
Ein weißer Boden macht den Raum hell und gemütlich. „Ambra Color Eiche weiß“ von Witex, ca. 17 Euro/m²
Laminat und Parkett perfekt zu Boden gebracht
Kleben oder nicht kleben – das ist die Frage beim Verlegen. Und was Sie sonst noch beachten sollten
Schwimmende Verlegung
Wird der Belag nicht auf dem Untergrund (Estrich) befestigt, spricht man von schwimmender Verlegung. Mittlerweile ist diese Technik zum Standard geworden, weil sich Laminat und Parkett auf diese Weise schnell und unkompliziert verlegen lassen. Klicksysteme erleichtern die Arbeit zusätzlich. Ein Verkleben ist nicht nötig. Damit sich der Belag bei Temperaturschwankungen ausdehnen kann, sollten die Dielen etwa zehn Millimeter Abstand zur Wand haben.
Die Verklebung
Der Vorteil einer kompletten Klebung besteht darin, dass Raumschallgeräusche geringer sind. Derart verlegtes Parkett lässt sich später außerdem leichter abschleifen. Empfehlenswert ist die aufwendigere Variante vor allem dann, wenn Sie den Boden über eine Fußbodenheizung legen wollen, weil die Wärme so besser übertragen wird.
Die Verklebung
Der Vorteil einer kompletten Klebung besteht darin, dass Raumschallgeräusche geringer sind. Derart verlegtes Parkett lässt sich später außerdem leichter abschleifen. Empfehlenswert ist die aufwendigere Variante vor allem dann, wenn Sie den Boden über eine Fußbodenheizung legen wollen, weil die Wärme so besser übertragen wird.
Trittschall-isolierung
Schritte sorgen sowohl auf Laminat als auch, etwas weniger, auf Parkett für Krach. Wichtig ist daher eine Trittschalldämmung aus Polyurethan oder aufgeschäumtem Polyäthylen. Viele Hersteller bieten Kombiprodukte an, bei denen Dämmschicht und Paneele miteinander verbunden sind. Wollen Sie Ihren neuen Belag über einer Fußbodenheizung verlegen, sollten Sie Rippenpappe statt Schaumstoff verwenden. Sie können beide Bodenarten auch über Ihren alten Teppich verlegen, dieser ersetzt dann die Trittschalldämmung. Dabei sollte der Teppich aber vollflächig verklebt und nicht dicker als sechs Millimeter sein. Eine Lage Pack- oder Zeitungspapier zwischen Teppich und Laminat oder Parkettboden verhindert, dass sich Flusen zwischen die Paneelen einklemmen.
Holzboden sieht hochwertig aus und hält fast ein Leben lang. „Parkett ist der einzige Bodenbelag, der je nach Stärke der Laufschicht mehr-
mals renoviert werden kann“, sagt Ralph Plessmann, Vor-
sitzender des Verbandes der deutschen Parkettindustrie. Die Oberflächenbehandlung dient aber nicht nur der Re-
novierung: Beliebt sind Par-
kettböden, die künstlich auf alt getrimmt werden. Im Trend liegen außerdem, dunkle Brauntöne, die fast bis ins Schwarze reichen.
Per Klicksystem ist Fertig-
parkett ebenso leicht zu verlegen wie Laminat. Die
wichtigsten Unterschiede: Es ist fußwärmer, besser zur Wärmedämmung geeignet und weniger anfällig für elek-
trostatische Aufladung. Selbst im Badezimmer hat der Bodenbelag Einzug ge-
halten. Wichtig: Unter das Holz darf kein Wasser ge-
langen, sonst ist das Parkett ruiniert. Für Küche und Bad sollten Sie spezielles Feu-
chtraumparkett wählen und komplett verkleben. Das Unternehmen Durafloor Werner bietet Bambusböden an (ca. 65 Euro/m²). Diese sind, so der Hersteller, härter als Eiche und können Tem-
peratur- und Feuchtigkeits-
schwankungen ausgleichen.

Fürs Bad gibt es Feuchtraumparkett, fürs Wohnzimmer eine Riesenauswahl an Holztönen

Zieht ins Bad ein
Das Parkett aus Jatobaholz muss vollflächig verklebt werden. „Toscana“ von Haro, ab 80 Euro/m²
Dunkler Kontrast
Elegant wirkt das Klickparkett „Design Clic, Eiche kerngeräuchert“ von Witex, ca. 127 Euro/m²
Allround-Boden
Der lackversiegelte Klassiker für jeden Raum: „Buche Schiffsboden“ von Parador, ca. 42 Euro/m²
Nicht kachel-kalt
sondern fußwarm ist das Parkett im Fliesen-Look. „Celenio Atrium, Anthrazit“ von Haro, ab 65 Euro/m²
Machen Sie Boden gut
Ob Echtholz oder nur Dekor, bei der Pflege von Parkett und Laminat gilt: Seien Sie sparsam mit Wasser!
Glänzender Auftritt fürs Parkett
Staub, Sand und ähnlicher Schmutz werden am besten mit Staubsauger und Besen entfernt. Bei feuchter Reinigung mit einem speziellen Reinigungskonzentrat sollten Sie entstan-
dene Wasserpfützen immer gleich entfernen, da das Holz sonst quellen könnte. Tabu sind Scheuermittel, Bohnerwachs und Polituren. Hartnäckigen Flecken (Fett, Schuhcreme etc.) können Sie
mit einer Wasser-Spiritus-Mischung (Verhältnis 1:1) vorsichtig zu Leibe rücken, klebrigen Verschmutzungen mit verdünntem Essigreiniger. Haben zum Beispiel Bürostühle zu starke Kratzer verursacht, muss der Boden abgeschliffen und neu versiegelt werden.
Langlebig schönes Laminat
Wie beim Parkett darf auch Laminat auf keinen Fall zu nass geputzt werden, da die Dielen besonders an den Kanten quellen oder vergrauen könnten. Staubsaugen, kehren mit einem weichen Mopp oder Besen und nebelfeuchte Pflege genügen zur Reinigung völlig. Flecken und starker Schmutz werden am besten vorsichtig mit Azeton, speziellem Laminat-Fleckenentferner oder unverdünntem Laminatreiniger beseitigt. Kleinere Löcher können Sie mit Hartwachs im jeweiligen Holzund Farbton ausbessern.