Das Energiespar-Lexikon:

Wer besser informiert ist, spart mehr

Damit Sie Ihr Geld nicht zum Fenster hinauswerfen: Mit modernster Technik und ein paar Tricks von A bis Z ist umweltverträgliches Wohnen für jeden Haushalt machbar. Probieren Sie es aus!

Abwaschen:

Keiner spült gern ab. Ge­schirrspülen mit der Hand ist aber nicht nur lästig und zeitraubend, sondern verbraucht auch viel Energie und Wasser. Mit einer Geschirrspülmaschine können Sie 75 Prozent Wasser und fast 50 Prozent Strom einsparen. Trotz Sparprogrammen sollten Sie jedoch nur eine volle Spülmaschine laufen lassen. Kaufempfehlungen für besonders energiesparsame­ Geräte finden Sie unter www.ecotopten.de

Beleuchten:

Vergessen Sie auch öfters mal, das Licht im Flur abzuschalten? Dann bauen Sie dort einen Bewegungsmelder ein. Das hilft nicht nur, Energie zu sparen, sondern ist noch dazu bequem. Noch mehr Strom sparen Sie mit Energiesparlampen. Diese verbrauchen rund 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen und sind wesentlich langlebiger. Energiesparlampen machen ein ungemütliches Licht, glauben Sie? Das stimmt schon lange nicht mehr: Es gibt sie in vier verschiedenen Farben von Extrawarmweiß bis Tageslichtweiß. Auch in der Form sind sie von normalen Glüh­lampen kaum zu unterscheiden.

Besonders zu empfehlen sind nach Stiftung Warentest die Osram Dulux Superstar Globe 21 Watt, die Megaman Compact Globe 11 Watt und die Philips Genie ww 8 Watt. Gebrauchte Energiesparlampen gehören nicht in den Hausmüll – Sammelstellen der Gemeinden und Landkreise nehmen die Leuchtmittel kostenlos zurück.

Computer & Telefon

Nutzen Sie die Stromsparfunktion Ihres Computers. Diese bewirkt, dass nur die Hardware-Bereiche mit Energie versorgt werden, an denen gerade gearbeitet wird. So lässt sich der Energieverbrauch nahezu halbieren. Um den Bildschirm zu entlasten, empfiehlt es sich, den Bildschirmschoner möglichst dunkel zu halten.

Oder Sie lassen Ihren Computer per Power-Management nach kurzer Zeit im Stand-by-Modus laufen. Auch beim Telefonieren können Sie Strom sparen: Moderne schnurlose Festnetztelefone, wie die Modelle der Sinus-Reihe der Deutschen Telekom, verfügen über ein energieeffizientes Schaltnetzteil, das den Stromverbrauch um bis zu 60 Prozent reduziert.

Dämmen:

Packen Sie sich dick ein! Mit einer guten Wärmedämmung an Fassade, Dachboden und Keller können Sie Ihre Heizkosten halbieren. Wenn Sie Ihr Haus zum Passivhaus umwandeln, sparen Sie sogar bis zu 90 Prozent. Welche Maßnahmen die effektivsten sind, ist bei jedem Haus anders. Gut beraten werden Sie bei den Verbraucherzentralen der Bundesländer. Kleinere Dämmarbeiten an der Kellerdecke, an Rollladenkästen oder

Heizkörpernischen können Sie mit einer gewissen handwerklichen Begabung auch selbst vornehmen. Und die Materialkosten haben Sie durch die Energieersparnis schnell wieder eingespielt. Größere Maßnahmen kombinieren Sie am besten mit anderen Sanierungsarbeiten. Wenn Sie sowieso planen, Ihr Haus außen neu zu streichen oder das Dach auszubauen, nutzen Sie diesen Zeitpunkt auch für Dämmmaßnahmen.

Fenster:

Durch alte, undichte Fenster entweicht unnötig viel Wärme. Energiesparfenster, die dreifach verglast sind, schützen vor Wärmeverlust ebenso gut wie die Außenwand. Wenn Sie Ihre Fenster jedoch nicht gleich austauschen wollen, senken auch schon ein paar Sanierungs- maßnahmen Ihre Heizkosten merklich.

Dichten Sie die Fugen zwischen Rahmen und Fensterflügeln ab und sorgen Sie dafür, dass die Fenster richtig schließen. Darüber hinaus können Sie auch nachträglich die Einfach- oder Zweischeiben- Isolierverglasung gegen eine Wärmeschutzverglasung austauschen.

Heizen:

Rund 75 Prozent der Energie in Privathaushalten gehen auf Kosten der Raumwärme. Hier können Sie viel sparen: In Kom-
bination mit geeigneten Dämmmaßnahmen kann die Sanierung Ihrer Heiz-
ungsanlage die Heizkosten um bis zu 80 Prozent drosseln. Vier Wege führen zum Energiesparziel.

1. Optimieren Sie das bestehende Heizsystem: Lassen Sie Ihre Heizanlage regelmäßig überprüfen und warten, dämmen Sie Rohre im unbeheizten Bereich und ersetzen Sie Ihre

Pumpe durch eine Hocheffizienzpumpe.

2. Tauschen Sie den Wärmeerzeuger aus: Ersetzen Sie Ihren Nieder-
temperaturkessel durch einen Brennwertkessel – so lassen sich rund 30 Prozent Energie einsparen.

3. Erneuern Sie das ge-
samte Heizsystem: Steigen Sie um auf Holz-
pellets oder eine Wärme-
pumpe. So werden Sie unabhängig von der Energiepreisentwicklung.

Die Investitionskosten liegen bei einer Holzpelletsheizung zwischen 10000 und 14000 Euro, bei einer Wärmepumpe zwischen 16000 und 20000 Euro.

4. Ergänzen Sie Ihr Heizsystem durch ein Zweitsystem: Besonders Solaranlagen eignen sich gut zur Heizungs-
unterstützung.

Kochen:

Kochen, Braten und Backen machen etwa zehn Prozent des Energieverbrauchs aus. Mit energieeffizienten Geräten lässt sich hier viel einsparen: Ein Induktionsherd verbraucht rund 40 Prozent weniger Energie als ein E-Herd mit gusseisernen Kochplatten. Der alte Herd tut’s noch? Stromsparen können Sie trotzdem. Kochen Sie auf Sparflamme: Schalten

Leerlaufverlust:

Ist wirklich alles aus? Einige Geräte verbrauchen auch dann Strom, wenn sie nicht benutzt werden. Darunter fallen nicht nur der Stand-by-Betrieb eines Geräts, sondern auch Transformatoren von Halo-
genleuchten und Ladege-
räten, die auch bei abge-
schaltetem Gerät Strom fressen. Leichte Abhilfe schafft hier ein Zwischen-
stecker mit Schalter oder eine schaltbare Steck-
dosenleiste.

Kühlen & Gefrieren

Bewahren Sie einen kühlen Kopf beim Gerätekauf! Kühl- und Gefrierschränke sind wahre Stromfresser. Darum achten Sie hier ganz besonders auf energiesparende Modelle der Klasse A++. Und: Brauchen Sie wirklich einen 200-Liter- Kühlschrank? Oder ein Gerät mit 3-Sterne-Gefrierfach zusätzlich zur Kühltruhe? Auch beim Benutzen lässt sich der Verbrauch drosseln: Stellen Sie Ihren Kühlschrank kalt. Das Gerät gehört nicht neben Herd oder Heizung oder in die Sonne. Tauen Sie Ihren Kühlschrank ab und zu ab. Gefriergut lassen Sie am besten im Kühlschrank auftauen, aber niemals noch warme Speisen hineinstellen. Die ideale Temperatur im Kühlschrank liegt bei 7°C, im Gefrierschrank bei -18°C.

Sie rechtzeitig zurück und nutzen Sie die Nachwärme von Kochplatten und Backofen. Achten Sie darauf, dass Topf und Kochplatte gleich groß sind, und lassen Sie den Deckel auf dem Topf. Benutzen Sie Kleingeräte. Bis zu 70 Prozent Energie können Sie sparen, wenn Sie für Wasser den Wasserkocher benutzen und Brötchen auf dem Toaster und nicht im Backofen aufbacken.

Lüften:

Lüften sorgt nicht nur für gute Luft, sondern spart auch Energie, wenn man es richtig macht. Lüften Sie darum immer kurz und kräftig – natürlich bei ausgestellter Heizung. Dauerlüften bei gekipptem Fenster verschwendet hingegen Energie und erhöht auch das Schimmelpilzrisiko. Wichtig: Im Schlafzimmer morgens nach dem Aufstehen, nach dem Duschen, Baden, Kochen und Fußbodenwischen sollte stoßgelüftet werden.

Sonnenkollektoren

Sonnenschein ist umsonst, das sollten Sie nutzen. Ob zur solaren Warmwasserbereitung oder zur Heizungs- unterstützung bleibt Ihnen überlassen. Beides ist technisch unkompliziert und seit Jahrzehnten bewährt. Vier Dinge brauchen Sie dafür: Auf dem Dach einige Kollektoren, im Heizungskeller einen sehr gut gedämmten Warmwasser- speicher, Verbindungsrohre und eine sogenannte Solarstation. Die Technik ist einfach, doch die Varianten und technischen Details sind zahlreich und für den Laien nur schwer über- blickbar. Informieren Sie sich darum bei einem Energieberater und über Förderprogramme von Bund, Ländern und Gemeinden, denn: Solar- anlagen werden finanziell unterstützt.

Waschen &

Trocknen

Auch bei dieser Hausarbeit lohnt sich die Anschaffung energiesparender Geräte (Infos: www.ecotopten.de). Trockner verbrauchen besonders viel Strom. Überlegen Sie, ob Sie nicht ganz darauf verzichten können. Ein Vier­personenhaushalt spart dadurch jährlich bis zu 480 Kilowattstunden ein. Außerdem sollten Sie generell auf die Vorwäsche verzichten, nur niedrige Temperaturen wählen und die Maschine immer ganz füllen.

Wasser sparen

35 Liter Wasser fließen pro Minute durch Wasserhähne und Duschköpfe. Mit Perlatoren („Luftsprudler“), die ein Luft-Wasser- Gemisch erzeugen, lässt sich das auf bis zu 4,5 Liter pro Minute reduzieren. Schon für unter zehn Euro gibt es Perlatoraufsätze und sparsame Duschköpfe zum nachträglichen Ein- bau. Reparieren Sie undichte Hähne sofort, denn ein tropfender Hahn vergeudet am Tag bis zu fünf Liter Wasser. Wasser sparen Sie auch, wenn Sie in die WC-Spülung eine Spartaste stecken.

Wollen Sie noch mehr Energie beim Waschen einsparen? Dann schließen Sie Ihre Waschmaschine über ein Vorschaltgerät an Ihre Solaranlage an.

Zimmertemperatur

Sie mögen es gern gemütlich warm? Darauf müssen Sie auch nicht verzichten, aber schon ein Grad weniger senkt die CO2-Emissionen eines Vierpersonenhaushalts pro Jahr um 350 Kilogramm. 18 bis 20 Grad reichen für ein gesundes Raumklima aus, in Schlafzimmern und wenig benutzten Räumen auch deutlich weniger.

Doch Vorsicht: Kalte Luft bindet weniger Feuchtigkeit als warme. Kühle Räume dürfen deshalb niemals mit der Luft aus wärmeren Zimmern erwärmt werden, sonst kann sich Schimmel bilden. Also immer die Türen schließen.