Werkstatt für Heimwerker

Ein Bild aufhängen, mal eine Schraube festziehen oder ein Regal aufbauen: Ohne ein Minimum an Werkzeug kommt kein Haushalt aus. Was Sie wirklich brauchen und woran man Qualitätsprodukte erkennt

Während leidenschaftliche Heimwerker oft ein liebevolles Verhältnis zu ihrem Werkzeug haben, schauen Gelegenheitsschrauber meistens nur auf den Preis. Aber manche Schnäppchen sind schon nach kurzer Zeit unbrauchbar, weil das Material zu weich ist und sich verdreht. Außerdem kann es gefährlich werden, wenn sich etwa ein lockerer Hammerkopf während des Arbeitens löst und durch die Luft fliegt. Wer eine Grundausstattung kauft, sollte deshalb Wert auf das GS-Siegel für geprüfte Sicherheit legen. „Auch das VPA-Zeichen der Versuchs- und Prüfanstalt Remscheid ist ein Symbol für Qualität“, erklärt Reinhold Auth, Trainer der Do-It-Yourself-Academy in Köln. Es lohnt sich, ein paar Euro mehr auszugeben, denn Produkte von Markenherstellern halten oft ein ganzes Leben lang. „Und mit gutem Werkzeug gelingt auch gute Arbeit“, fasst Auth zusammen. Achten Sie deshalb beim Kauf auf folgende Details...

Schraubenzieher

Er heißt eigentlich Schraubendreher, die Standardvariante ist das Modell mit Flachschlitz- klinge für Schraubenköpfe mit geradem Schlitz. Einsteiger benötigen drei verschiedene Größen, dazu noch übliche Phillips-Kreuzschlitz- Schraubendreher in zwei Größen. Immer häufiger eingesetzt werden Schrauben mit Pozidriv-Kreuzschlitz, erkennbar an sternförmigen Linien auf dem Schraubenkopf. Sie erleichtern das Schrauben, wenn man das passende

erkzeug hat. Zwei Pozidriv-Schraubendreher gehören deshalb zur Grundaus- stattung. Der Griff des Schraubenzieher muss gut in der Hand liegen und dort, wo der Handballen aufliegt, stärker sein als an den beiden Griffenden.

Kombizange

Sie hat verschiedene Greifflächen (vorn parallel, dahinter halbrund), um glatte oder zylindrische Werkstücke festzuhalten. Außerdem hat sie eine Schneide zum Abknipsen von weichem Draht, die einen Hinweis auf die Qualität der Zange liefern kann. Wenn möglich, eine Probe machen: Kneifen Sie einen weichen Draht durch. Hinterlässt das Spuren an der Schneide, die Zange besser liegen lassen. Das gilt auch, wenn sie schwergängig ist und sich nicht leicht mit einer Hand bewegen lässt.

Schlüsselzange

Ihre parallelen Backen lassen sich auf unter- schiedliche Größen einstellen, sie eignet sich deshalb sowohl zum Greifen von Rohren wie von Schraubenköpfen. Der Verstellmechanismus muss sicher einrasten, damit er sich während des Arbeitens nicht unbeab- sichtigt löst. Ein Klemm­schutz verhindert, dass man sich die Finger quetscht. Für den Haus- gebrauch ist ein Modell mit 50 mm Länge und einem Arbeits­bereich bis zu 46 mm empfehlenswert.

Hammer

Der Schlosserhammer mit 300 oder 500 g Kopf- gewicht ist der Klassiker. Ist der Stiel aus Holz, darf er keine Astlöcher oder andere Fehler haben. Besonders wichtig ist eine sichere Verbindung von Stiel und Hammerkopf, an der es bei Billigmodellen oft mangelt. Bei einem Modell mit Holzstiel sollte im Auge des Kopfes eine Keilhülse oder ein Ring aus Metall sichtbar sein. Ist das Auge mit Farbe überstrichen, gilt es, vorsichtig zu sein, weil damit vielleicht Mängel kaschiert werden.

Schrauben-

schlüssel

Sie sind zum Lösen und Festziehen von Muttern oder Sechskantschrauben un­entbehrlich und in zwei Varianten zu haben: Typisch ist der Maul- oder Gabelschlüssel, der die Schraube seitlich an zwei Kanten umfasst. Der Ringschlüssel greift um den ganzen Schraubenkopf und ermöglicht so eine bessere Kraft­übertragung, allerdings ist nicht immer genug Platz, um ihn von oben über die Schraube zu schieben. Praktisch sind Kombischlüssel mit Maul-

auf der einen und Ringschlüssel auf der anderen Seite. Empfehlenswert sind acht bis zehn Kombischlüssel in Größen zwischen 8 und 19 mm. Wichtig ist neben ausreichender Härte des Materials die Passgenauigkeit, sonst rutscht der Schlüssel schnell ab. Zum Kauf am besten Schrauben in verschiedenen Größen mitnehmen und die Schlüssel probehalber ansetzen.

Für Sie Getestet

Die besten Baumärkte

Die Zeitschrift „Ökotest“ hat große deutsche Baumarktketten geprüft. Gewertet wurde in drei Kategorien

Günstige Preise

Obi und Hornbach liegen gemeinsam auf Platz 1. Die Tester stellten einen Warenkorb zusammen: Zwar sind Obi und Hornbach im Schnitt die günstigsten, aber das heißt nicht, dass alle Produkte dort billig sind. So kann ein 10-Liter-Eimer Farbe ein Schnäppchen sein, während ein Hammer mehr kostet als in einem anderen Markt

Unser Tipp Bei großen Anschaffungen wenn möglich auf Sonderangebote warten. Der Preiskampf der Anbieter ist hart.

Gute Qualität

Obi hat die Nase vorn. Unter die Lupe genommen wurden u. a. Acrylfugen- masse und Raufaser- tapeten, die unter dem Eigenmarken-Logo der Baumärkte angeboten werden.

Super Service

Bauhaus belegt Platz eins, weil die Kette in den meisten Filialen guten Service bietet. Generell gilt: Holzzuschnitt oder Farbmischservice kann man fast überall erwarten, wer aber mehr möchte (z. B. Geräte ausleihen), muss dieses Angebot gezielt suchen. Leider wurde die Beratung nicht bewertet. Von Stichproben an einzelnen Standorten lasse sich nicht auf die Beratungsqualität in allen Märkten des Unternehmens schließen, so die Ökotester.

Eine Binsenweisheit

Am Samstag ist der Laden voll, die Beschäftigten haben keine Zeit für eine ausführliche Beratung. Wenn möglich vormittags an einem Werktag auf Einkaufstour gehen.