Einzug in die Villa Kunterbunt
Bekennen Sie Farbe! Anstriche aus natürlichen Rohstoffen sind besonders für Familien mit Kleinkindern und für Allergiker eine gute Alternative zu herkömmlichen Farben


Egal ob schlicht weiß, farbig, lasiert oder gemustert – Naturfarben bieten eine Fülle von Verarbeitungs-
möglichkeiten und sorgen ganz nebenbei für ein angenehmes Wohnklima. Sie können viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und sind außerdem frei von Lösungsmitteln, Kunstharzen und Konservierungsstoffen. Eine ganze Reihe von Herstellern hat sich mittlerweile auf diesem Gebiet spezialisiert (zum Beispiel Auro, Kreidezeit, Livos).
Auch Handwerksbetriebe
malen und streichen mit Naturfarben. Ehemals traditionelle Techniken wie das Arbeiten mit Kalk und bunten Erden oder Bierlasuren und Temperafarben werden wiederbelebt. Ein weiterer Vorteil: Herstellung und Entsorgung schonen die Umwelt. Naturfarben können auch ganz unterschiedlich eingesetzt werden. Das reicht von dezenten oder edlen bis zu knallbunten Oberflächen, von spiegelglatter bis zu rauer Putzoptik.
Die preiswerteste Variante ist dabei ein Anstrich mit Leimfarbe (von Kreidezeit, ca. 15 Euro für 40 qm). Aufwendiger ist dagegen das Verarbeiten von Tadelakt, einer wasser- und schmutzabweisenden Glanzputztechnik. Wer Spaß daran hat, kann sich alles selbst anrühren und mit Farbpigmenten experimentieren. Aber es gibt auch eine breite Palette kompletter Fertigmischungen.
Webtipp
Informationen und einen Test über Allergikerfreundliche Wandfarbe finden Sie unter www.oekotest.de
Das Einmaleins in Farbe
Leim oder Sumpfkalk – so geben Sie Ihrem Leben den richtigen Anstrich
Qualitätsmerkmal
für Wandfarben ist die Ergiebigkeit. Je nach Untergrund reicht bei hochwertigen Naturfarben ein einziger Anstrich für eine ausreichende Deckung. Mit einer natürlichen Tiefengrundierung lassen sich stark saugende Untergründe vorbehandeln.
Kaseinfarbe
Das Milcheiweiß Kasein dient bei dieser Farbe als Bindemittel. Sie kann relativ einfach selbst hergestellt werden und eignet sich für Untergründe wie Kalkputz oder Raufaser. Da die Farbe über eine hervorragende Deckkraft verfügt, lässt sie sich besonders gut verarbeiten.
Leimfarbe
Kreide, Leim und Wasser – mehr brauchen Sie nicht, um Leimfarbe herzustellen. Alle Innenputze, Raufasertapeten und festsitzende Altanstriche eignen sich als Untergründe. Nur auf bereits bestehendem Leimfarbenanstrich haftet sie nicht. Leimfarbe ist wasserlöslich, daher nicht in Feuchträumen verwenden.
Sumpfkalkfarbe
Sie ist am besten geeignet für Feuchträume, weil sie wasserfest, desinfizierend und schimmelabweisend ist. Zudem eignet sie sich besonders gut für Allergiker. Mit Erd- und Mineralpigmenten lässt sie sich problemlos ganz nach Ihrem Geschmack abtönen.