Cyber-Müll und echteKrümel

Staub und Datenmüll hinterlassen Tag für Tag Spuren auf Computern. Damit Ihr Rechner wieder außen und innen strahlt, sollten Sie ihm öfter mal ein Entschlackungsprogramm verpassen

Die Lüftung dröhnt, der Bildschirm ist blind vor Staub und die Programme öffnen sich nur noch im Schneckentempo. Viele Computer leiden unter Vermüllung. Auf Desktops reiht sich eine ungenutzte Verknüpfung an die andere, identische Dateien schwirren doppelt und dreifach durchs System und einstmals strahlendweiße Apple-Tastaturen überzieht ein grauer Schleier. Alle paar Wochen sollten Sie Ihren Rechner von Staub und Dreck befreien. Ein Innentuning, bei dem es überflüssigen Dateien, Verknüpfungen etc. an den Kragen geht, schließen Sie am besten gleich an.

Hardware

Verschaffen Sie sich den Durchblick

Bevor Sie mit Lappen und Reinigungsmittel Ihrem guten Stück zu Leibe rücken, soll-
ten Sie den Stecker ziehen. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, nehmen Sie das Gerät vom Stromnetz und lösen den Akku des Laptops heraus. TFT- und LCD-Moni-
tore sind empfindlich. Groben Staub können Sie mit einem einfachen Papiertaschentuch entfernen. Bei Flecken und Fingerabdrücken muss ein Fettlöser ran. Aggressive Reinigungsmittel können die Oberfläche jedoch angreifen, und Glasreiniger hinterlassen oft einen Schmierfilm. Besser geeignet sind spezielle Reini-
gungsprodukte, die direkt auf die Bedürfnisse von TFT ab-
gestimmt sind. Wichtig ist, dass Sie auch diese nicht direkt aufsprühen, sondern auf ein weiches Tuch auftra-
gen und dann mit wenig Druck den Monitor säubern.

Vor Gebrauch Finger waschen

Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich auf manchen Tastaturen mehr Bakterien tummeln als auf öffentlichen Toilettensit-
zen. Wenn das kein Grund zum Putzen ist! Lose Krü-
mel, die sich in den Ritzen

verfangen haben, rieseln oft schon durch Schütteln her-
aus. Um gründlicher vorzu-
gehen, gibt es Reinigungs-
sets, deren geriffelte Spezi-
alschwämme auch in die Zwischenräume gelangen. Wem das noch nicht reicht, der kann die Tasten mit einem stumpfen Messer aus dem Keyboard lösen und in einem Stoffsack bei niedriger Temperatur in der Spülma-
schine reinigen. Tipp: Ma-
chen Sie vorher ein Foto von Ihrer Tastatur, damit Sie sich hinterher nicht über Buchsta-
bensalat ärgern müssen.

Gehen Sie ans Eingemachte

Das Innere eines Computers ist ein Paradies für Woll-
mäuse. Und die können die Leistungsfähigkeit des Ge-
räts stark einschränken. Bevor Sie zum Schrauben-
zieher greifen, unbedingt noch mal überprüfen, dass das Gerät nicht unter Strom steht! Besondere Vorsicht ist bei Notebooks geboten, denn bei diesen kann durch Auf-
schrauben die Garantie erlö-
schen. Lassen Sie hier also besser den Profi ran. Damit keine statische Aufladung abgeleitet wird, müssen Sie sich erden. Dafür reicht es aus, eine Heizung zu berüh-
ren. Dann kann es losgehen: Mit einem Ministaubsauger

auf kleinster Stufe lässt sich der gröbste Dreck entfernen, für hartnäckigere Verschmut-
zung empfiehlt sich die Ver-
wendung von Druckluftspray.

Software

Abschied von Überflüssigem

Experten schätzen, dass zwischen 30 und 70 Prozent aller Dateien auf privaten Computern ungenutzt sind. Gehen Sie darum immer wieder Ihre Ordner durch und löschen Sie alles, was Sie nicht brauchen. Dazu gehö-
ren auch temporäre Ordner und Dateien. Bei Windows können diese durch eine „Datenträgerbereinigung“ – über „Zubehör“ „Systempro-
gramme“ – entfernt werden. Mac-User leeren einfach direkt das Cache im Pro-
gramm „Safari“. Fotos, MP3s, aber auch andere Dateien sind oft doppelt vorhanden. Mit spezieller Software, wie dem Programm „AllDup“, kann man solche Doppelgänger aufspüren und beseitigen.

Schluss mit dem Suchen

Beim Speichern werden logisch zusammengehörende Datenteile oft an unterschied-
lichen Orten der Festplatte verteilt. Wird die Datei ver-
wendet, müssen diese dann

wieder zusammengesucht werden. Beim Defragmen-
tieren werden die Bruchstü-
cke neu geordnet, sodass sie auf dem Datenträger möglichst aufeinander folgen und das System schneller arbeiten kann. Windows hat dafür ein eigenes Defragmen-
tierungsprogramm, das auf die Lauf-werke einzeln ange-
wendet werden kann. Spe-
zialprogramme wie „HDClea-
ner“ oder „TuneUp Utilities“ erledigen das unter Windows XP schneller. Bei Windows Vista ist das interne Pro-
gramm zu empfehlen. Mac OS X versucht eine Frag-
mentierung zu vermeiden und führt Defragmentierungspro-
zesse von selbst durch.

Runter vom Gas

Acht Stunden und mehr ver-
bringen viele täglich vorm Rechner. Ein Desktop-PC verbraucht dabei im Schnitt 3,6 Kilowattstunden, ein Notebook hingegen nur 0,7 bis 1,2. Das muss jedoch nicht sein. Jeder Computer hat einen Energiesparmodus, der über die Systemsteuer-
ung aktiviert werden kann. Bis zu 60 Euro jährlich kann man ausserdem sparen, wenn man auf einen Bild-
schirmschoner verzichtet und den Monitor nicht zu hell einstellt.


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Schöner Speichern

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