Wohnen ganz in weiß

Ob bei Modenschauen oder Möbelmessen: Weiß ist der aktuelle Liebling der Designer. Wie Sie die helle Freude konsequent oder aber in Kombination mit anderen Farben am besten umsetzen

Unser Wunsch:

Eine weiße Einrichtung, die nicht kühl wirkt

Lisa und Tom Schönbohm, Kriminalbeamte

Ein Wohnzimmer vom Boden bis zur Decke schneeweiß einzurichten muss nicht extravagant sein. Wer daheim Klarheit, Weite und optische Ruhe schätzt, kann sich unbesorgt darauf einlassen – versuchen Sie’s ruhig zunächst mal als Gedankenspiel. Weiß ist wunderbar unkompliziert und vielseitig, lässt Räume größer und heller erscheinen, weil es das Licht reflektiert, und ist deshalb der absolute Favorit für kleine Zimmer. Helle Möbel wirken weniger voluminös als dunkle –

und Weiß macht jeden Look mit: Hochglänzend und schnörkellos wirkt es cool-modern, in matter, unregelmäßiger Antikoptik passt es perfekt in Landhaus oder Loft. Und in changierenden Tönen, kombiniert mit Gold oder Silber, ist die Farbe in puncto Eleganz kaum zu schlagen.

Preiswert aufgemöbelt

Weiß verbindet außerdem unterschiedliche Stile und Materialien, sodass man alte Tische, Schränkchen oder Stühle nicht ausmustern muss.

Geben Sie ihnen einfach einen einheitlichen Anstrich, um ein stimmiges Gesamtbild zu erreichen. Bei preiswerten Möbeln ist der weiße Farbton oft die bessere Wahl als ein Holzimitat, weil die Fälschung neben echtem Holz billig wirken kann. Optisch wirkt ein helles Ambiente so zurückhaltend, dass es die perfekte Bühne bietet für Solisten wie Antiquitäten, Erbstücke, Kunstwerke oder ausgefallene Designermöbel.

Eine kleine Tücke hat der Traum in Weiß allerdings: Er kann kühl wirken. Denn was als Brillant- oder Standardweiß angeboten wird, hat oft einen Blauanteil. Deshalb werden diese Töne, ebenso wie Weiß mit einem Grünstich, als kalt empfunden. Einen warmen Eindruck vermitteln Weißschattierungen mit Braun-, Rot- oder Gelbbeimischungen. Leider kann man als Laie die Feinheiten beim Kauf nur schwer beurteilen und sollte sich deshalb vom Fachmann beraten lassen.

So geht's:

Drei stimmungsvolle Kombinationen

Weiß + Natur

Weiß + Leuchtfarben

Weiß + Pastelltöne

Einfluss auf die Wirkung der Farbe haben auch die Lichtverhältnisse: Bei stark lichtdurchfluteten Räumen mildern leichte Vorhänge in einem Cremeton das schnell grell wirkende Weiß. Für die Beleuchtung am Abend eignen sich Lampenschirme aus Papier, Textilien oder getöntem Glas, weil sie ein warmes Licht abgeben. Eine wohnliche Atmosphäre schaffen außerdem üppige Stoffe, flauschige Plaids oder ein Teppich mit hohem Flor oder überdimensionalen Zotteln. Sind solche Materialien vertreten,

hat man damit gleichzeitig optische Abwechslung ins Zimmer gebracht, nämlich strukturierte Oberflächen. Zusammen mit glatten Wänden und Möbeln entsteht so ein lebendiger Kontrast. Noch mehr Charakter bekommt eine farblich zurückhaltende Einrichtung durch persönliche Akzente wie eine Galerie mit Ahnenfotos, eine Bildersammlung oder eine große Pflanze mit auffälligen Blättern, die in einer weißen Umgebung besonders gut zur Geltung kommen.