Zu zweit auch mal

allein wohnen

Nur weil sie Geschwister sind, haben Kinder nicht automatisch den gleichen Geschmack. Das wird besonders dann zum Problem, wenn in der Wohnung nur Platz für ein Kinderzimmer ist. Die wichtigsten Regeln fürs Wohnen im Duett

Zwei, die sich gut verstehen

In diesem Raum schliefen ursprünglich die Eltern. Ein Zimmertausch lag nahe, da Kinder große Räume viel intensiver nutzen. Der Kleiderschrank markiert die individuelle Grenze – die Schwestern können sich so zurückziehen, wenn sie mal keine Lust aufeinander haben

Auch wenn sich Geschwis-
terkinder zusammen stark und nie einsam fühlen – dass im Zuhause stets eitel Son-
nenschein herrscht, bleibt Utopie. Wie aber richtet man ein Zimmer für zwei ein, in dem es individuelle Rück-
zugsgebiete gibt? Jana Jung, Einrichtungsexpertin und Buchautorin („Das Kinder-
zimmerbuch“, Callwey, 29,95 Euro) weiß Rat.


NEUES ZUHAUSE: Können sich Kinder eine Möbelausstattung nicht einfach teilen? Jana Jung:

Nein, jedes Kind hat selbst-

verständlich sein eigenes Bett und je nach Alter einen Schreib- oder Maltisch. Ideal wäre auch ein eigener Schrank oder ein Regal, in dem Kleidung und persön-
liche Dinge verstaut werden. Ein eigener Bereich für jeden ist wichtig, besonders wenn ein Kind eher chaotisch, das andere gut organisiert ist.

Was ist im Fall eines kleinen Zimmers mit nur einem Fenster zu tun?

Lassen Sie jedes Kind ein eigenes Farbthema wählen. Ein Tisch wird rot, der andere blau lackiert. Oder verschie-
denfarbige Bettwäsche aus-

wählen. Das kann sich durch alle persönlichen Bereiche des Zimmers ziehen. Ge-
meinschaftlich genutzte Flächen erhalten einen neutralen Farbton. Einigen Sie sich mit den Kindern auf Farben, die beiden gefallen. Sollte im Zimmer nur Platz für ein Regal sein, teilen Sie die Regalböden unter den Kindern auf und lackieren Sie sie im jeweiligen Farbcode.


Wie stellt man die Betten im Idealfall?

Ist der Altersunterschied nicht zu groß, sollte man die Betten im rechten Winkel

aufstellen. Das schafft Nähe und Distanz zugleich. Sind die Kinder noch klein, finden sie auch nebeneinander-
stehende Betten gemütlich. Ältere Kinder legen Wert auf Abgrenzung: Die Betten stehen auseinander, ein offenes Regal oder ein Vor-
hang ermöglichen Privatsphäre.


So lösen Sie dasRaumproblem

Schaffen Sie Ihre eigene Kinder-WG

Mithilfe dieser Gestaltungsvorschläge können Sie sehen, worauf es bei der Einrichtung eines Geschwisterzimmers ankommt. Wichtig sind Farbverteilung und individuelle Bereiche für beide Bewohner

Grundriss: großes Zimmer, zwei Fenster

Die Betten stehen hier jeweils in einer kuscheligen Ecke und nicht unmittelbar am Fenster, da es dort fast immer zieht. Jedes Kind besitzt seine eigenen Möbel. Außerdem gibt es im Zimmer zwei Bereiche, in denen gemeinsam gespielt werden kann – entweder auf einem Spielteppich (links) oder an einem Maltisch (rechts). Der ist so groß, dass sich die beiden kleinen Bewohner auch mit Freunden kreativ austoben können. Spielzeug wird anschließend im Regal verstaut.

Grundriss: leicht schlauchförmig mit einem Fenster

In diesem Zimmer wohnen zwei Kinder mit relativ großem Altersabstand. Der Raum wurde längs geteilt, so kommen beide in den Genuss von Tageslicht. Jede Bett- Ecke wurde mit halbhohen Einbauregalen umrahmt, in denen persönliche Gegenstände verstaut werden. Jedes Kind hat seinen eigenen Kleiderschrank versteckt in Raumecken, die sich gut für Stauraum eignen. Hat einer von beiden Freunde zu Besuch oder möchte seine Ruhe haben, dient ein Paravent als Raumteiler. Während das jüngere Kind (links) Maltisch und Spielteppich für sich allein hat, kann sich das Ältere an den Arbeitsplatz zurückziehen. Zusätzlichen Stauraum bietet ein Regal. Möbel oder Textilien in zwei Farben betonen die Bereiche.