Unsere Fähigkeit, für aufgeräumte Verhältnisse zu sorgen, sei erst mit 20 Jahren voll entwickelt, sagen Experten. Damit vorher kein Chaos herrscht, gibt es Strategien – und passende Schränke
Wer ordnet, findet: Das ist nicht
spießig, sondern prak-
tisch. Geregelte
Zustände geben Kindern
Halt. Die Montessori-Pädagogik ver-
wendet
den Ausdruck der „vorbereiteten
Umgebung“. Mithilfe von kindgerechten,
offenen Möbeln soll schon den Kleinsten
das Finden
und Ordnen ihrer Sachen leicht gemacht werden. Ein guter Ansatz
auch für zu Hause. So kehrt Ruhe in den
Raum, und wenn Sie eine einfache Spantür
wäh-
len und diese mit Schiefer-
farbe
streichen, haben Sie auch noch eine Tafel.


Eine Frage des Alters
Kleinkinder können noch nicht allein aufräumen, so Entwicklungsforscher. Seien Sie nicht zu pingelig, das frustriert. Was morgen wieder bespielt wird, darf stehen bleiben. Was lange nicht gebraucht wurde, kann weg oder eine Pause im Keller machen. Ein paar große leichte Kisten (z. B. von Rice), sind besser als viele kleine. Alles hat seinen festen Platz, auch im Schrank. Sagen Sie nicht: „Jetzt räumst du auf“, sondern: „Jetzt räumst du die Autos in die blaue Kiste.“
Nach dem Motto: Ich kann das schon!
Schulkinder können schon ganz passabel Ordnung halten. Vereinbaren Sie einen festen Termin fürs Aufräumen und lassen Sie die Kinder allein loslegen. Unkonventionelles wie der Kleiderschrank als Schlafplatz für Kuscheltiere haben aus Kindersicht durchaus ihre Berechtigung. Was häufig benutzt wird, sollte in erreichbarer Höhe sein. Für Legosteine etwa gibt es große Tücher mit Zugband, die sich in einen Aufäumbeutel verwandeln (z. B. von Jako-o, ca. 20 Euro).

Buch-Tipp
„Family Living – Wohnideen für die ganze Familie“ von Judith Wilson, DVA, 24,95 Euro

Drunter und drüber im Jugendzimmer
Pubertät und Ordnung sind leider kein gutes Gespann. Ebenso chaotisch, wie es im Körper zugeht, sieht es dann im Kinderzimmer aus. Erziehungswissenschaftler raten zu Gelassenheit. Bieten Sie lieber „Mogelpackungen“ wie klare Flächen durch Raumteiler und Schiebetüren sowie eine Tagesdecke überm Bett.
So behanlten Sie und Ihre Kinder den Durchblick im Schrank
Mit Fantasie
Beziehen Sie lhre Kinder in das Schrankeinräumen mit ein. Tun Sie so, als ob der Kleiderschrank ein Puppenhaus ist und machen Sie aus großen Fächern und Schubladen „Zimmer“ für Puppen oder Stofftiere. Mithilfe dieser Geschichte merken sich jüngere Kinder leichter etwas, und es macht mehr Spaß. Es gibt eine Vielzahl von Kleiderschränken, die kleine Ritter, Feen und Mickymaus- Fans glücklich machen (z. B. bei kinder raeume.de), aber auch schlichte Modelle für Teenies.
Sommer- und Wintergaderobe
Was getragen wird, kommt in für Kinder erreich- bare Nähe, alles andere nach oben, hinten oder unters Bett. Am besten in Kästen oder Säcke, da lenkt es nicht ab.
Entrümpeln
Mal ehrlich – benutzt Ihr Kind alles, was es besitzt? Gibt es Kisten, von denen keiner mehr weiß, was überhaupt drin ist? Weg damit. Klingt hart, ist aber herrlich befreiend.
Der Reihe nach:
Sortieren Sie Anziehsachen so in den Schrank, wie man sie von Kopf bis Fuß trägt – also Schuhe unten, dann Strümpfe, Hosen usw. Wirkt prima als Eselsbrücke.
Eckiges
Kisten und Körbe helfen beim Sortieren. Fotos vom Inhalt aufkleben, eine Farbe der Funktion zuordnen oder Symbolbilder auf die Schubladen heften, das erleichtert das Wiederfinden. Praktisch sind auch durchsichtige Rollkästen unterm Bett oder leichte, stapelbare Kisten (z. B. von Curver im Baumarkt).