Natürlich kann man mit der alten Küche umziehen, aber warum sie nicht durch eine neue Arbeitsfläche fix oberflächenerneuern. Wir sagen Ihnen, auf welche Materialien Sie setzen können
Der aktuelle Trend geht zur Arbeitsplatte aus Naturstein. Neben Granit, Marmor und Sandstein gibt es jedoch eine Fülle weiterer Werkstoffe für jeden Geschmack. Sie haben die Wahl.



Holz: Bitte gut pflegen
Massive Echtholzplatten sorgen für warmes Flair, müssen aber gepflegt werden. Nässe schadet und kann die Ränder quellen lassen. Pfützen und verschüttete Getränke immer abwischen, sonst können sich Bakterien ausbreiten. Bei Beschädigungen oder rauer Oberfläche: Mit Schleifpapier bearbeiten und danach mit Leinöl versiegeln. Achten Sie darauf, dass die Platte mindestens 40 Millimeter dick ist, so kann sie nochmal aufgearbeitet werden. Ab 30 Euro/Meter, z. B. bei Ikea.
Fliesen: Auf die Fugen achten
Das Plus von Fliesen: Sie sind hitzebeständig, wasser-, schnitt und kratzfest. Noch dazu kann man dank der großen Dekorauswahl seine Küchenzeile zum Unikat machen. Allerdings können helle Fugen fleckig werden und sind mühsam zu reinigen. Tipp: Mit Schmutzradierern wird es leichter sauber. Ansonsten gilt: Je größer die Fliesen, desto geringer das Fugenproblem. Preis: ab 20 Euro / Meter ohne Trägermaterial, z. B. bei Deutsche Steinzeug
Edelstahl: Für den Profi-Look
Glanz bringen sie auf alle Fälle in die Küche, noch dazu sind Platten aus Edelstahl hitze-, säure- und geruchsbeständig. Allerdings können Kratzer, Wasser- und Kalkflecken das Gesamtbild trüben. Scheuern ist hier verboten, Seifenlauge löst leichten Schmutz. Hartnäckigere Flecken veschwinden, wenn man eine Pflegepaste mit einem Flaschenkorken und intensivem Druck aufreibt und nachspült. Preis: ab 760 Euro / Meter, z. B. bei Blanco.
Naturstein: Auf die harte Tour
Granit ist ein Schwergewicht und nahezu unverwüstlich. Kratzer, Flecken, Hitzeschäden? Keine Chance! Zweimal jährlich sollte die Platte imrägniert werden. Beim weicheren Marmor können Alkohol und Säuren Spuren hinterlassen. Unempfindlicher ist Antikmarmor mit seiner geschliffenen und gewachsten Oberfläche. Steinpflegemittel wirken schützend. Preis: ab 80 Euro / Meter, z. B. bei Marquardt Küchen.


Glas: Eine saubere Sache
Alles andere als leicht zerbrechlich sind gläserne 19 oder 25 Millimeter starke Arbeitsplatten. Hitze (bis 400 Grad), Frost und Bakterien können ihnen nichts anhaben. Kratzer lassen sich nicht komplett vermeiden. Wenn Sie jedoch eine Platte mit strukturierter Unter- seite wählen, sind sie kaum sichtbar. Zum auffälligen Hingucker wird die weiße oder bunte Glasfläche, wenn sie von unten beleuchtet wird. Preis: ab 280 Euro / Meter, z. B. bei stilhaus-portal.de
Kunststoff: Robuster Bestseller
Eine der beliebtesten Arbeitsflächen ist die Schichtstoff- oder HPL-Platte (High Pressure Laminat). Vorteil: Man muss nicht so tief in die Tasche greifen, und pflegeintensiv ist das gute Stück auch nicht. Wer mit ein paar Kratzern leben kann und Heißes nur kurzfristig abstellt, kann eine lange Lebensdauer einkalkulieren. Abgerundete Kanten verhindern zudem Rissstellen. Preis: ab 46 Euro / Meter. z. B. bei ungewohnlich.de
Flächendeckend informieren
Die einen kochen und schnippeln jeden Tag in der Küche, die anderen nutzen sie als hübsches Ausstellungsobjekt und zum Aufwärmen von Fertigprodukten. Welcher Typ Sie auch sind, wählen Sie die passende Arbeitsplatte zu Ihren Kochgewohn-
heiten. Tipps zum Kauf ohne Risiken und Nebenwirkungen
Kunststein: Porenfrei rein
Der Mix aus Quarz und Acryl ist noch härter als Naturstein, zugleich leichter und lange haltbar. Zodiaq etwa gilt als stoß,- kratz-, wasser-, und hitzeunempfindlich. Weil die pflegeleichte Arbeitsplatte atmungsaktiv und wärmeisolierend ist, reguliert sie zugleich das Raumklima. Preis: ab 350 Euro / Meter, z. B. von DuPont über Hollweg.
Auf Stückwerk verzichten
Nach Möglichkeit sollte eine Arbeitsfläche keine Naht- oder Ansatzstellen aufweisen, in denen sich Schmutz und Bakterien sammeln können. Am besten lassen Sie die Platte am Stück zuschneiden. Für kleine Küchen eignen sich auch Arbeitsplatten, die klapp- oder ausziehbar sind.
Der passende Untergrund zum Arbeitsgang: Man kann auch verschiedene Materia-
lien kombinieren, zum Bei-
spiel eine Holzplatte zum Schneiden, ein Edelstahl-
bereich in Herdnähe sowie eine Marmorfläche zum Teigausrollen
Achten Sie auf die Anordnung
Die meisten Handgriffe werden zwischen Herd und Spüle erledigt. Sinnvoll ist es, dass die Arbeitsfläche zwischen diesen Elementen ausreichend ist, um Kochvorbereitungen zu treffen. Ebenso ist Stellfläche nahe des Kühlschranks nützlich, da die Tür nicht unnötig lang offen stehen sollte und Energie verschwendet wird.
Wohin mit der Spülmaschine
Sie möchten Spül- und Waschmaschine in Ihre Küche integrieren? Achten Sie bei Arbeitsflächen aus Holz darauf, dass zwischen Gerät und Platte ein ausreichender Abstand besteht. Am besten kleben Sie eine Feuchtigkeitssperre unter die Platte. Planen Sie außerdem Lüftungsfugen (mindestens 25 Millimeter) rings um die Geräte ein, das gilt auch für den Herd.